Startseite
Werdegang
Deutsches Institut für Palliative Care
Veröffentlichungen
Antworten auf wichtige Fragen
Geschichte
Hospiz
Kinderhospiz
Kinder + Tod
Palliative Care
Patientenverfügung
Trauer
a. Wenn Sie trauern
b. Trauerberatung
c. Kinder-Trauer
d. Eltern-Trauer
Sterbehilfe-Definition
Aktive Sterbehilfe
Wachkoma
Elisabeth Kübler-Ross
Aktuelles
DOWNLOADS
Impressum
   
 


Die meisten Menschen erleben irgend­wann in ihrem Leben, was Trauer be­deutet und wir alle reagieren darauf in ganz unterschiedlicher Weise. Trauer ist sehr schmerzhaft und löst Gefühle aus, die Sie möglicherweise nicht erwartet haben.

 

Akzeptieren?

Es kann sehr schwer sein, den Verlust eines Menschen zu akzeptieren. Und die Annahme kann lange Zeit in Anspruch nehmen. – Es ist nicht ungewöhnlich, wenn trauernde Menschen in dieser Zeit die Erfahrung machen, dem verstorbenen Menschen wieder zu begegnen, ihn noch einmal zu hören oder sehen.

 

Körperliche Zeichen

Viele Trauernde fühlen sich erschöpft und körperlich ausgelaugt. Es macht Ih­nen Mühe, zu essen oder zu schlafen. Trauer braucht viel Zeit und ist sehr an­strengend. Sie erleben vielleicht Ver­zweiflung und Depressionen und es kommt Ihnen so vor, als hätten sie alles Interesse am Leben verloren. Vielleicht haben Sie den Eindruck, dass es kein Ziel mehr gibt, dem zu folgen sich lohnt oder dass niemand anderes das durchmachen muss, was Sie gerade erleben.

All das sind ganz normale Reaktionen auf einen Verlust und nicht etwa Zei­chen dafür, dass sie „verrückt“ werden oder ihre Familie und Freunde vernach­lässigen.

 

Gefühle

Sie werden Schmerz und Trauer emp­finden. Vielleicht treffen auch einige der folgenden Gefühle auf Sie zu: Selbstkri­tik und Schuldgefühle, panische Angst, Selbstmitleid und Wut, Irritationen durch andere – sogar durch die verstor­bene Person. Wenn Sie diese Gefühle durchleben, wird es Ihnen manchmal so vorkommen, als müssten Sie sie verheimlichen. Aber sie gehören nun ein­mal zur Trauer dazu. Scheuen Sie sich nicht davor, diese Gefühle mit einem teilnahmsvollen Zuhörer zu teilen.

Sie erinnern sich jetzt vielleicht auch an Gefühle des Verlustes aber auch Ge­fühle der Liebe gegenüber anderen Menschen in Ihrem Leben, die schon früher gestorben sind.

Vielleicht verletzt es Sie, wenn Sie den Eindruck haben, dass irgend jemand in der Familie oder auch von den Freunden Ihnen aus dem Weg geht. Leider passiert dies oftmals und kommt vermutlich daher, dass sie sich unsicher fühlen und nicht wissen, was sie sagen sollen. Womöglich ist es notwendig, dass Sie selbst den ersten Schritt tun und die anderen wissen las­sen, dass Sie gerne über den geliebten Menschen sprechen würden, den Sie verloren haben und dass Sie die Unter­stützung der anderen benötigen.

 

Veränderung

Manchmal erscheint es Ihnen sehr ein­leuchtend, wenn Sie überlegen, dass das Leben erträglicher wäre, wenn Sie Wohnung oder Haus verlassen, Ihr Hab und Gut aufgeben oder sich ganz von Menschen zurückziehen. Es gibt einen ganz natürlichen Drang im Menschen schmerzhafte Dinge zu vermeiden. Aber leider ist es so, dass solche schnellen Wechsel in den meisten Fällen die Dinge noch schlimmer machen, und der­art schwerwiegende Entscheidungen sollten sehr sorgfältig überdacht werden. Sie werden sich sehr intensiven Gefüh­len gegenübersehen und werden sie durchleben müssen ehe es möglich sein wird, Ihr Leben wieder neu zu gestalten.

 

Wie es weitergeht

Im Laufe der Zeit, wenn der Schmerz etwas nachgelassen hat, werden Sie in die Lage kommen, sich an den Verstor­benen zu erinnern ohne zugleich wieder in tiefste Trauer zu verfallen. Das kann dann der richtige Zeitpunkt sein, um sich dem Leben wieder neu zuzuwen­den. Dann ist es vielleicht wichtig, alte Interessen wieder aufzugreifen und neue Aufgaben zu übernehmen. Vielleicht kommt es Ihnen so vor, als würden Sie dadurch dem Menschen, der gestorben ist untreu. Aber bedenken Sie, dass das was in der Vergangenheit geschehen ist, immer Teil von Ihnen selbst bleiben wird und nicht dadurch beschädigt wird, dass Sie die Gegenwart genießen.

Trauer ist ein sehr individueller Prozess, und jeder Mensch reagiert darauf an­ders. Deshalb ist es wichtig, dass Sie sich in keiner Weise als abnorm empfinden, wenn Ihre Gefühle nicht dem Muster folgen, das in diesem Text skizziert wurde.

Es ist wichtig, sich selbst zu er­lauben, zu trauern. Es ist aber auch wichtig, sich ab und zu eine Pause in der Trauer zu gönnen und sie evtl. für eine Weile beiseite zu legen — aber Sie brauchen niemals die Erinnerung an den Menschen, den Sie geliebt haben, bei­seite zu tun.


Informationshinweis

Faltblatt „Wenn Sie trauern…“ zu beziehen gegen Zusendung von 2,50 € in Briefmarken beim HOSPIZ STUTTGART, Stafflenbergstraße 22, 70184 Stuttgart